Das European Grids Package: Wie Europa seine Energienetze fit für die Zukunft macht
Mit dem European Green Deal hat sich die Europäische Union das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Die Kommission geht davon aus, dass der Stromverbrauch bis 2030 um rund 60 Prozent steigen wird. Gleichzeitig sollen die installierten Kapazitäten der Wind und Solarenergien auf mindestens 1000 Gigawatt anwachsen. Um diese rasante Hochskalierung des Strombedarfs und der Produktionskapazitäten gewährleisten zu können, bedarf es einer ebenso ambitionierten Modernisierung der Netzinfrastruktur. Denn Strom, der nicht transportiert oder verteilt werden kann, hilft bei der Energiewende nicht weiter. Die EU-Kommission beziffert die Kosten der Modernisierung der europäischen Stromnetze bis 2030 auf etwa 584 Milliarden Euro.
Kurzum: Wenn die Elektrifizierung gelingen soll, müssen Stromerzeugung, -transport und -verbrauch im Gleichschritt wachsen. Andernfalls könnten die Stromnetze zum Nadelöhr der europäischen Energiewende werden, und mögliche Fortschritte deutlich verlangsamen.
Die Vorlage des Vorschlags der Kommission zum European Grids Package, als Teil des Clean Industrial Deal, wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Im Sommer 2025 hat die EU-Kommission die Stellungnahmen der verschiedenen Verbände und Stakeholder eingeholt. Das Ziel des Gesetzespakets ist es die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu verbessern, indem der Zugang zu bezahlbarer und sauberer Energie für Haushalte und Unternehmen erleichtert wird.
Dazu sieht die Kommission umfassende Pläne zur Modernisierung der europäischen Netzinfrastruktur vor. Dabei legt sie den Fokus auf die Beschleunigung des Netzausbaus, aber auch auf die Digitalisierung und Erweiterung der europäischen Netzinfrastruktur sowie die Beseitigung von Netzengpässen. Darüber hinaus soll die Effizienz gesteigert und die Resilienz des europäischen Energienetzes nachhaltig gestärkt werden. Dies ist umso wichtiger, da Europa seine Unabhängigkeit in der Energieversorgung stärken muss. Aber auch vor dem Hintergrund der wachsenden Bedrohung durch die hybride Kriegsführung Russlands unerlässlich, die gezielt das Nervensystem unserer kritischen Infrastruktur angreift.
Was kommt auf die Kommunen zu?
Die Kommunen nehmen bei diesem Vorhaben eine Schlüsselrolle ein, und zwar aus gutem Grund. In zahlreichen Großstädten wie Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe oder München liegen die Verteilnetze in den Händen der Stadtwerke, während andernorts die Städte als bedeutende Anteilseigner bei Netzbetreibern ebenfalls maßgeblich beteiligt sind. Diese unmittelbare Nähe zum Verteilnetz verschafft den Kommunen einen wertvollen Vorteil: Sie kennen die Netzstrukturen aus erster Hand, verstehen die lokalen Besonderheiten und können aus ihrer täglichen Praxis heraus urteilen, welche Maßnahmen wirklich greifen und nachhaltige Wirkung entfalten.
Der aktuelle europäische Rechtsrahmen hat lange Zeit einen starken Fokus auf transnationale Übertragungsnetze zwischen den Mitgliedsstaat gesetzt, mit dem European Grids Package gilt es auch die Verteilnetze stärker einzubinden. Die lokalen Verteilnetzbetreiber spielen eine wichtige ergänzende Rolle zum europäischen Verbundnetz. Die massive Ausbauoffensive von der Trassenplanung bis hin zur Integration dezentraler erneuerbarer Energien, wird finanziell spürbare Kosten mit sich tragen, die sich auch auf kommunaler Ebene niederschlagen werden.
Derzeit stecket etwa die Hälfte der bis 2030 geplanten Projekte noch in Genehmigungsverfahren fest. Allen voran ist daher dedizierte Gesetzgebung zur Beschleunigung dieser Verfahren notwendig. Mit RePowerEU sowie der Omnibus-Verordnung, die Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien beschleunigen sollen, hat die Kommission bereits Schritte in die richtige Richtung unternommen. Diese Richtung muss nun konsequent weiterverfolgt werden, mit strafferen Zeitplänen, vereinfachten Prüfverfahren und besseren Abstimmungsmechanismen zwischen Behörden und Unternehmen.
Bewertung
Das European Grids Package ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur europäischen Klimaneutralität bis 2050. Gleichzeitig ist es eine Reaktion auf die neue sicherheitspolitische Realität. Unsere europäischen Netze müssen resilienter und besser integriert werden, um großflächige Schäden und Lahmlegungen zu vermeiden. Der Netzausbau spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle.
Daher ist die Ankündigung des European Grids Package grundsätzlich positiv zu bewerten. Nun bleibt die Ausgestaltung des konkreten Entwurfs abzuwarten. Im Rahmen der Beratungen wird es wichtig sein den Verteilnetzen und Verteilnetzbetreibern, insbesondere den kommunalen Betreibern, die Berücksichtigung zuteilwerden zu lassen, die ihrer wichtigen Rolle bei der lokalen Umsetzung der europäischen Energiewende angemessen ist..
Das European Grids Package wird Kommunen sicherlich vor neue Herausforderungen stellen: Investitionen, intensivere Koordination, und die Integration neuer Infrastrukturen. Gleichzeitig kann das Gesetzespaket auch eine Chance sein die Energiewende weiter aktiv und sicher mitzugestalten und von verbesserten Förderbedingungen sowie beschleunigten Genehmigungsverfahren zu profitieren. Entscheidend wird sein, die Kommunen und kommunalen Unternehmen frühzeitig einzubinden und sie finanziell wie organisatorisch in die Lage zu versetzen, diese zentrale Aufgabe erfolgreich zu stemmen.
Das Kinopublikum konnte an diesem besonderen Sonntag knapp sechs Stunden europäischen Film in wunderbarem Ambiente genießen und im Anschluss selbst online für ihren Favoriten im Rennen um den LUX-Publikumspreis 2025 abstimmen. Auf dem Programm standen INTERCEPTED von Oksana Karpovych, JULIE KEEPS QUIET von Leonardo van Dijl und FLOW von Gints Zilbalodis. Dies sind drei außergewöhnliche Filme, die ein breites Spektrum an Themen und Genres abdecken. Vom Dokumentarfilm, der erschütternde Original-Tonaufnahmen russischer Soldaten mit Bildern der verwüsteten, aber neu erwachenden Landschaft in der Ukraine verbindet über das Leben einer jungen Sportlerin an einer Elite-Tennisakademie, deren Trainer ins Fadenkreuz von Ermittlern gerät bis hin zu einem Animationsfilm über eine Zukunftsvision, in der sich Mensch und Natur neu begegnen müssen.
„Wir haben gestern drei großartige europäische Filme gesehen, die wirklich unter die Haut gehen. Es war ein emotionaler und bewegender Filmsonntag, der sowohl spannende als auch mitreißende Momente bereithielt. Vor allem aber regte er uns alle zum Nachdenken an. Denn alle drei Filme behandeln Themen, die aktueller denn je sind: Krieg und Hoffnung, Macht und Abhängigkeiten sowie das fragile Gleichgewicht unserer Welt. Es ist wichtig, diese europäischen Geschichten zu zeigen. Ich bin deshalb sehr froh und dankbar, dass wir gemeinsam mit der Kinofamilie Stürtz diese tolle Veranstaltung wieder durchführen konnten. Es war wunderbare Werbung für den europäischen Film“, erklärt Sabine Verheyen, Erste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und ehemalige Vorsitzende im Ausschuss für Kultur und Bildung.
Hintergrund:
Der LUX-Publikumspreis ist eine Neuauflage des seit 2007 vergebenen LUX-Filmpreises des EU-Parlaments. Er wird seit 2021 gemeinsam mit der Europäischen Filmakademie vergeben. Mit dem LUX-Publikumspreis werden herausragende europäische Filme ausgezeichnet und einem breiten Publikum über Grenzen hinweg zugänglich gemacht. Die nominierten Filme schärfen das Bewusstsein für aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen, beziehen die Zuschauer so in Debatten über Europa ein und sind Ausdruck der Schönheit und Vielfalt des europäischen Kinos.
Im Zuge der Neuauflage wird der Gewinnerfilm nun nicht mehr alleine von den EU-Abgeordneten gewählt. Vielmehr können auch die Zuschauer selbst online über ihren Favoriten abstimmen. Die Stimmen der Abgeordneten sowie der Bürgerinnen und Bürger zählen schließlich jeweils 50 Prozent. Die Vorauswahl der Finalistenfilme wird von einer Jury, bestehend aus Vertretern der europäischen Filmbranche, getroffen. Am 18. September 2024 wurden die fünf Finalistenfilme im Europäischen Parlament in Straßburg bekannt gegeben. Die nominierten Filme sind in den 24 Amtssprachen der EU untertitelt. Der Film, der den LUX-Publikumspreis gewinnt, wird für Seh- und Hörgeschädigte adaptiert und in den EU-Ländern beworben. Noch bis April können nun alle Europäerinnen und Europäer online für ihren Lieblingsfilm abstimmen. Der Gewinner wird bei der Preisverleihung im Europäischen Parlament am 29. April 2025 in Brüssel bekannt gegeben.
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